Mittelalterliche Geschichte
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Christopher Kast

Dissertationsprojekt: Eine Institution unter Stress? Die apostolische Kammer (1417-1464)

Das Promotionsvorhaben befasst sich mit der apostolischen Kammer während den Pontifikaten von Martin V. (1417-1431) bis Pius II. (1458-1464). Das kuriale Finanzwesen dieser Zeit wirkte aufgrund der scheinbaren Lückenhaftigkeit der Überlieferung lange Zeit auf die Forschung abschreckend. Die wenigen bislang vorliegenden Untersuchungen widmeten sich daher vornehmlich einzelnen Phänomenen, die durch die vorliegenden Quellen gut erschlossen werden konnten, doch sind vor allem die Arbeiten zu Personal und Funktionsweise der Kammer veraltet, lückenhaft oder oberflächlich.
Die geplante Studie geht von der Beobachtung aus, dass einerseits die Tätigkeit der Kammer in den Jahrzehnten um die Mitte des 15. Jahrhunderts im Gegensatz zur lange herrschenden Ansicht gut dokumentiert ist und andererseits dieser Zeitraum durch eine Reihe außergewöhnlicher Belastungen für die Kurie gekennzeichnet ist. Sie verfolgt deshalb zwei Ziele: Zum Einen werden in einem systematischen Teil die konkreten Vorgänge in der apostolischen Kammer und das daran beteiligte Personal untersucht und so bestehende Lücken geschlossen. Zum Anderen wird der Frage nachgegangen, wie die kurialen Behörden, speziell die apostolische Kammer, Ereignisse organisatorisch und finanziell bewältigten, die nicht zum Alltagsgeschäft gehörten: die Konzilien von Basel und Ferrara/Florenz sowie der Fürstenkongress zu Mantua, das Heilige Jahr 1450 und die Kaiserkrönung 1452, päpstliche Reisen, Papstwechsel u.a.m.